Sportvideos

•September 23, 2011 • Leave a Comment


Austrian Championship in Boxing


Rambo-Jam; a BMX Jam in my new hometown Vienna


BMX riding with benno h. and myself at the winterspot


Easy Dude 2011 – A snowaboard contest in upperaustria


Vans Rumble in the park – A skateboard contest in upperaustria

Musicvideos

•September 23, 2011 • Leave a Comment

Long time nothing new round here….

So here we go;


Machine Zoo-Life´s a game


Toothpix-I have to tell you

The sun is finally coming trough…

•May 3, 2010 • Leave a Comment

Still riding, some trying. And other stuff for sure…

•May 3, 2010 • Leave a Comment


When the winter is gone….BMX for sure


Spokesbmx´s Goldsession. Guess what???


I had a dream. Stop the motion

Some new videos

•February 1, 2010 • 2 Comments

I had some time, so I´ve done a few new videos as well.

Check out the links below.


BMX at the Slaughterhouse


Fashion, Fire and BMX Show at the shoppingcenter


Shake the Shops-Boogie Woogie festival


A pretty good BMX rider.doing his thing.


A day in the snow. Title says it all…


Are you blinded?

Wintertime

•January 31, 2010 • 1 Comment

Outside its snowing, so I was making the best out of it and started a little shooting at our local Skatepark. You should really try this at home!

BMX-Training

•August 14, 2009 • Leave a Comment

This is a link to a site for which I´ve done the pics for. Kind of funny. german language.


BMX-Training (German Language)

Motion Picture

•August 4, 2009 • Leave a Comment

I know you got some time left, so why don´t you just take a look at a few of this videos?
Click at the links below.


A few big tricks on a BMX


Austrian Kink of Dirt- BMX and Mountainbike competition


BMX Street Video


BMX Miniramp Video


Saturday Snow Jam-Snowboard competition


Spring Break Battle-Snowboard competition

Story I wrote: John´s Gold (German)

•July 28, 2009 • Leave a Comment

John´s Gold.

1950. „Nur das Beste.“ Dies waren die Worte von Johns Vater, als die Hebamme fragte wie die Entbindung des Kindes denn nun genau ablaufen sollte. Da der kleine John leicht verdreht im Bauch seiner Mutter lag, entschied man sich für die Zangengeburt, und da der Vater „nur das Beste“ für sein Ungeborenes wollte, entschied man sich für eine Zange mit Goldlegierung.

Manche Leute behaupten Johns tiefe Leidenschaft zu dem glänzenden Edelmetall Gold wäre bereits bei der ersten Berührung, mit besagter Zange, im Mutterleib besiegelt gewesen. Wieder andere behaupten dieser krankhafte Hang zum Gold sei auf die nicht vorhandene Feinmotorik der Hebamme und den daraus zu schließenden zu festen Druck auf sein noch nicht ideal geschütztes Gehirn zurückzuführen. Wir werden wohl nie erfahren wie es wirklich gewesen ist, was wir jedoch wissen ist wie er sein Leben gelebt hat.

Johns Vater war der Besitzer der größten Bank in einer pulsierenden Metropole der sich erbauenden westlichen Welt. Als Kind verbrachte er bereits mehr Zeit in der Bank als die meisten anderen Leute in ihrem ganzem Leben. Das kam wahrscheinlich daher, dass er nicht, diesen dem Menschen eigentlich angeborenen Trieb hatte, welcher einen sobald man einen Raum voll mit Anzugtragenden und schwitzenden Männern  betritt, zwingt diesen auch schon wieder verlassen zu wollen. Denn bei unserer besagten Person war das anders. Er genoss die Zeit in der Bank. Er liebte es seinem Vater beim Geld zählen zu helfen, und wenn er an manchen Tagen besonders fleißig war, durfte er sogar kurz vor dem Zusperren der Bank noch einen kurzen Blick in den mit Goldbarren aufgefüllten Tresor der Bank werfen.

Das war das Größte für ihn. Einfach nur dazustehen und diesen für ihn so unglaublich groß wirkenden Turm von Goldbarren anzustarren. Er hätte es damals nie gewagt auch nur in Erwägung zu ziehen einen dieser Goldbarren zu berühren, zu mächtig erschienen sie ihm, als dass es ihm vergönnt sein sollte dieses Privileg der Berührung mit dem wertvollsten Besitz der Menschheit einfach an sich zu reißen. Wäre er nicht streng katholisch erzogen worden, hätte er sein Gutenachtgebet zu diesem Turm Gold, statt zu dem Gott der Katholiken, gesprochen.

Im Großen und Ganzen genoss er eine ganz normale Kindheit, wie er glaubte, die sich eigentlich nur in der Villa seiner Eltern oder in der Bank abspielte. Auch hatte er den Vorteil einen Privatlehrer im Hause zu haben, und so war es für ihn nicht von Nöten die erwähnte Villa alleine zu verlassen.

An vielen Abenden spielte er nach dem abendlichen Mahl noch eine Runde Monopoly mit seinem Vater. Monopoly war ein Spiel, welches Johns alter Herr eigens für seinen Sohn erfunden hatte. Es ging darum möglichst viele materielle Besitztümer mit einer überlegenen Taktik an sich zu reißen, und seine Mitstreiter anschließend ins finanzielle Verderben zu stürzen. „Eine gute Vorbereitung für dein weiteres Leben, mein Junge!“, wie der Vater vor jeder Runde zu sagen pflegte. Als John zu alt für Brettspiele wurde, entschloss er sich, dass Spiel zu vermarkten, und was daraus geworden ist, weiß schließlich jeder. Doch an manchen Tagen sehnte er sich, trotz der Zuneigung seiner Eltern, nach dem Kontakt zu Gleichaltrigen. Daraufhin vergewisserten ihm seine Eltern, dass die anderen Kinder keine Zeit hatten, da sie die meisten Stunden ihres Lebens in der Schule verbringen würden. Er hätte wirklich ein Glück, solche Eltern wie sie zu haben, die ihm durch den Privatlehrer wertvolle Stunden verschaffen würden, welche er dann ja auch gerne in der Bank seines Vaters verbringen dürfte. Das verstand er natürlich voll und ganz, und nach kurzer Überlegung verwarf er den Gedanken an gleichaltrige Spielkollegen fürs Erste und gab sich seiner zweiten großen Sehnsucht hin: Gold.

Doch tief in ihm schlummerte nach wie vor ein seltsames Gefühl der Leere, welches er aber bereits in jungen Jahren zu verdrängen gelernt hatte, und auch die Kinder die er draußen beim Spielen beobachten konnte beunruhigten ihn nicht weiter, da es ja schließlich nur die verwahrlosten Kinder von irgendwelchen Proletariern waren, wie ihm seine Eltern bei jeder möglichen Gelegenheit wissen ließen.

So zogen die Jahre vorbei und aus dem kleinen Jungen wurde ein junger Mann.

Er hatte sich mittlerweile ein beträchtliches Vermögen für einen Jungen seines Alters zusammengespart, und wenn er so weitermachen würde, so meinte sein Vater, würde er sich in wenigen Jahren bereits seinen eigenen kleinen Tresor mit dazugehörigem Goldbarren leisten können. Er kannte John wirklich gut, und so wusste er ganz genau was dieses Wort bei ihm auslöste.

Es war das Jahr 1965, als er sich das erste Mal wirklich sicher war, dass er in seinem Leben irgendetwas verpassen würde. In ihm regte sich nämlich etwas, und dieses Etwas war der Lebensabschnitt, den jeder Mensch welcher in seiner Entwicklung nicht an einen Totpunkt angelangen will, durchlaufen muss: die Pubertät. Bei ihm machte sich diese nicht nur durch Agnes bemerkbar, es war ihm auch plötzlich nicht mehr möglich ein normales Gespräch mit attraktiven, weiblichen Kunden in der Bank zu führen. Er bekam zumeist nicht einmal mehr einen einzelnen klaren Satz hervor. Wenn er es doch versuchte verwandelte sich sein Kopf in etwas, dass sich wohl am besten mit der afrikanischen Abendsonne vergleichen lassen würde.

Als seinen Eltern nun bewusst wurde, dass aus ihrem Jungen so niemals ein vollständiges, funktionierendes Mitglied der Gesellschaft werden würde, entschieden sie sich dafür den bereits, wie sie mittlerweile wohl einsehen mussten,  leicht gestörten Sprössling in ein Internat einer Privatschule nur wenige Kilometer von ihrer Residenz abzuschieben, um ihm so den nötigen Freiraum für seine Entfaltung zu verschaffen. Gesagt, getan und deshalb wurde auch nicht mehr lange geredet und so begann für John die wohl aufregendste Zeit seines Lebens, ganz abgesehen von den Momenten im Tresor, wie er jetzt wohl selbst noch dazufügen würde.

Das erste Mal in seinem Leben wurde es ihm ermöglicht komplett frei und ungezwungen mit Gleichaltrigen zu kommunizieren, ohne dabei immerzu nur an den Profit der Bank und die Niedrighaltung der Zinsen bei Sparbüchern zu denken. Es war ein unglaublich befreiendes Gefühl für ihn, welches sich, sobald die anderen bemerkten welche gestörte Persönlichkeit ihm zu Eigen war, in Schmerzen umschlug. Doch ganz nach einem Leitspruch seines Vaters, nämlich was dich nicht umbringt, macht dich kälter, überstand er die anfänglichen Schikanen

und schon bald war er derjenige, welcher die Nasen andere Leute brach. Was jetzt aber keinesfalls bedeuten soll, dass er zum gefürchtetsten Pausenschläger seiner Schule wurde, nein, selbst wenn er es gerne geworden wäre, so wusste er doch, dass man die Drecksarbeit immer von anderen Leuten zu erledigen lassen hatte, abgesehen davon hätte er mit seinem nicht einmal im Ansatz gestählten Körper keine Chance gegen jeglichen Widerstand gehabt.

In den nächsten Schuljahren entwickelte sich bei ihm schon beinahe etwas, dass man als Resozialisierung beziehungsweise in seinem Fall eigentlich als Sozialisierung bezeichnen könnte, wenn auch in einer anderen Art und Weise wie man es vielleicht bei anderen Leuten in seinem Alter sah. Denn nach wie vor glich seine Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen mehr der eines hinterhältigen Nagetieres, welches sich auf das Fleisch seiner Mitnagetiere spezialisiert hatte und den Kontakt zu eben besagten nur aus Gründen des eigenen Vorteils pflegte, anstatt der dem Menschen doch eigentlich in die Wiege gelegten Einstellung, welche ein Miteinander befürwortet, zu vertreten. Eben diese Einstellung verhalf ihm jedoch dazu sämtliche Tauschgeschäfte, die in seiner Klasse vor sich gingen, unter seine Fittiche zu nehmen und er war bekannt dafür, dass er ideale Verhältnisse für alle drei Seiten schuf. Nämlich seiner Wenigkeit und den beiden Besitzern der zum Tausch stehenden Waren. Dass er dabei niemals zu kurz kam, muss hier wohl nicht erwähnt werden. Wir erinnern uns schließlich noch an die vorangegangene enthüllende Charakterisierung. Dieses Sozialverhalten wandte er bei jedem seiner Mitmenschen an, abgesehen von Tanja. Tanja war eine seiner Schulkolleginnen und sie war die Einzige die ihm in seiner anfänglichen schweren Startsituation nicht gehänselt hatte. Das war etwas, dass er nicht verstehen konnte. Wie konnte man sich bloß den Spaß eine am Boden befindliche Person mit den Füßen zu treten entgehen lassen? Er hatte viele ruhige Momente seines bisherigen Lebens damit verbracht sich diese Frage zu stellen. Vielleicht fühlte er sich aus diesem Grund zu ihr derartig stark hingezogen oder vielleicht waren es auch ihre goldig schimmernden Haare, ihr bezauberndes Lächeln, die unglaublich glänzenden grünen Augen oder aber auch einfach nur ihre engelsgleiche Figur mit dem perfekt proportionierten Körper. Welche dieser Eigenschaften sie für ihn derartig begehrenswert machte ist leider nicht überliefert. Wahrscheinlich war es das Gesamtpaket, welches sie für ihn so attraktiv machte.

Nach Jahren von gelegentlichem Augenkontakt traute er sich im stolzen Alter von 17 Jahren das erste Mal die besagte Dame direkt in ein Gespräch zu verwickeln, welches er mit dem Ziel begann, sie auf einen Kaffe einzuladen. Und wieder war er ganz erstaunt darüber, wie wenig Widerstand er bei ihr erfuhr, da ihm schließlich Dank seines Rufes normalerweise in einem Gespräch schnell einmal Misstrauen entgegenschlug. Sie jedoch war ihm gegenüber, so wie zu jedem anderen, vollkommen frei von Vorurteilen und willigte sofort ein sich nach der Schule noch in einem Cafe um die Ecke zu treffen. Sein Herz pochte wie wild als er nach der Schule das besagte Cafe betrat. Sie saß bereits auf einem  Ecktisch und als er den Raum betrat winkte sie ihn auch schon mit ihrem unglaublich freundlichen Lächeln zu ihr. Er nahm Platz und versuchte ein Gespräch in Gang zu bringen. Als erstes versuchte er es mit etwas sinnlosem Gerede das Eis zu brechen und nach kurzer Zeit hatte er auch schon gelernt wie man einen Smalltalk zu führen hatte. Er meinte dass das Wetter heute ganz besonders schön wäre, es für Morgen aber, so glaube er, schon wieder etwas schlechter gemeldet war. Sie erwiderte, dass sie sich schon sehr auf den Sommer freuen würde, wenn man sich wieder an den Badestrand legen könne um in Ruhe ein Buch lesen zu können. Am liebsten waren ihr Bücher von den großen Philosophen wie Karl Jaspers und Richard Willhelm. Von Philosophie verstand er nicht viel, und so versuchte er ihr zu erklären, warum es so wichtig war sich für die Zukunft abzusichern und wie man den meisten Profit mit Wertpapieren erzielen konnte. Dies interessierte sie jedoch reichlich wenig. Trotz dieser anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten, trafen sie sich weiterhin, sofern es die Schulaufgaben zuließen, recht häufig in diesem Cafe um Gedanken auszutauschen. Sie erzählte ihm von der kosmischen Freiheit, welche sie nicht als die Freiheit von aller Bindung, sondern als die Freiheit zu sinnvoller Selbstverwirklichung verstehen würde. Sinnvolle Selbstverwirklichung war ihrerseits das Gespräch mit anderen Menschen verschiedensten Gedankengutes zu betreiben, um so vielleicht einmal selbst die großen Fragen des Seins beantworten zu können.

Sinnvolle Selbstverwirklichung verstand er wiederum als das Streben nach oben. Nach oben bedeutete für ihn die Erweiterung seiner Macht. Als Macht identifizierte er in der westlichen Welt, in der er ja schließlich auch weiterhin seine Existenz auf diesem Planeten verbringen wollte, Geld. Und die Königsklasse, noch einmal ein Stück über dem Geld war natürlich: Gold. Dies war der einzige Schluss zu welchem sein leicht deformiertes, gut durchgewaschenes Gehirn zu dieser Zeit fähig war. Die Sache war für ihn ganz genau so klar wie das Amen nach dem Gebet. Und eben das machte den Reiz für Tanja aus. Diese, seine unglaubliche Fixierung auf dieses eine, für sie doch so relativ unbedeutende, Edelmetall.  Unbedingt wollte sie verstehen, wie ein Mensch bereits in jungen Jahren eine derartige Habgier und, wie sie schnell an seinem Umgang mit anderen Menschen bemerken konnte, Kälte gegenüber jedem anderen entwickeln konnte, wenn es um Geld beziehungsweise, wie er es sah, Gold ging. Und irgendwie fand sie ihn wohl, wenn auch auf eine etwas verdrehte und für sie irgendwie verwirrende Art und Weise, attraktiv.

Nach etwa einem Monat, es war der Beginn des Sommers 1967, entschieden sich die zwei, dass sie ein Konzert in einem kleinen Undergroundlokal der Stadt besuchen wollten. Normalerweise war John nicht unbedingt der Mensch den man auf solchen Veranstaltungen antraf, doch Tanja meinte, dass sie auf jeden Fall gehen würde, und John wollte sie auf jeden Fall so oft wie nur möglich um sich wissen.

An diesem Abend spielte die inoffizielle Schulband seines Gymnasiums einen letzten Gig, da ja nach diesem Schuljahr die Wege der einzelnen Schüler auseinander gehen würden.

Die einen werden sich bei den verschiedensten Universitäten des Landes einschreiben, manche werden sich einen Job im einen Büro suchen und für wieder andere hat das Schicksal bisher noch nichts wirklich sinnvoll Erscheinendes offenbart. Auf jeden Fall werden sich aber die meisten Freundschaften auf kurz oder lang auflösen. So ist es doch immer. In dieser schnelllebigen Zeit kommen Freundschaften doch wie die Jahreszeiten. Für John war schließlich auch schon ein guter Posten als Junior-Chef in der Bank vorgesehen. Darauf hatte er doch schließlich sein ganzes Leben hingearbeitet. Schon als Kind wusste er, dass er eines Tages mit seinem Vater die Bank übernehmen würde um anschließend ein mit nichts vergleichbares Bankenimperium aufzubauen welches ihm zu unvorstellbaren Reichtum verhelfen würde. Sinnvolle Selbstverwirklichung in der Freiheit des Kosmos eben. Doch je näher dieser Tag kam, desto mehr wünschte er sich, dass dieser Tag niemals kommen würde. Er fand Gefallen an diesem Leben des Lernens, und ein kleines Studium bevor er die Bank übernehmen würde wäre sicher nicht schlecht für das Image. Diese Veränderung blieb auch Tanja nicht verborgen, und nach dem Konzert überredete sie ihn noch in eine gemütliche Bar auf einen Drink zu gehen. Sie nahmen wieder an einem Ecktisch Platz und begangen wie immer mit ihren Gesprächen über Gold und Glück. John hatte bereits zwei Bier getrunken, und das war mehr als er jemals zuvor am Stück konsumiert hatte. Er wurde gesprächig. In dieser besagten Nacht geschah es tatsächlich dass dieser eigentlich derartig kaltherzige und nur sehr, sehr schwer zu knackender Mensch Emotionen offen Preis gab. Wenn auch in einer von Drogen beeinträchtigten Situation. Er erzählte ihr alles über seine Kindheit zu Hause, den eigentlichen Plan und dem Zweifel den er daran hegte. Als er sein Herz vor ihr entleert hatte sah er ihr in ihre Augen und fragte, was sie denn nun an seiner Stelle tun würde.

Sie sagte gar nichts. Sie zog ihn nur zu sich heran und gab ihm den ersten Kuss seines Lebens.

Er fühlte sich wie in einem Schwebezustand, als er etwas später zurück Richtung Internat wankte. Noch niemals zuvor war er derartig fest entschlossen gewesen seinem Vater von seinem eigenen Plan zu erzählen. Er fühlte sich das erste Mal in seinem Leben richtig erfüllt. Am nächsten Tag war seine Stimmung trotz des pulsierenden Stechens in seinem Kopf besser als sonst. Er war aus irgendeinem, für ihn nicht erklärbaren, Grund, grundsätzlich zu allem etwas positiver eingestellt als sonst. Er wollte die Vögel die ihm aus dem Schlaf rissen nicht am Liebsten mit einer großkalibrigen Feuerwaffe vom Baum schießen, und auch die Anwesenheit der anderen Internatbewohner störte ihn fast gar nicht. Genau der richtige Tag um seinem Vater von seinen neuen Plänen zu erzählen, wie er dachte.

Seine Knie kamen ihm irgendwie etwas unstabiler vor als an anderen Tagen, als er vor der Eingangstür seines Elternhauses stand und überlegte ob er denn nun wirklich die Türglocke betätigen sollte. Als er sich gerade wieder umdrehen wollte um sich wieder in Richtung Internat zu begeben und die ganze Sache zu überdenken, öffnete die Putzfrau aber auch schon die Pforte zur Hölle. So empfand er es in diesem Moment zumindest.

Nun musste er also doch Beichte ablegen. Die Begrüßung war wie immer sehr kalt und sachlich. Es ging um die Noten in der Schule, die Geschäfte in der Bank und darum welche Kunstobjekte seine Mutter nicht wieder erworben hätte. Man war eben aus der gehobenen Gesellschaft und da gehörte es sich nun einmal nicht überzogene Emotionen zu zeigen. Er versuchte schön langsam auf das Thema „weiterer Verlauf von John´s Leben“ umzuschwenken. Als er merkte, dass sein Vater, zu seinem Leid, schon ziemlich exakte Pläne von diesem hatte, platzte er einfach mit seiner Idee zwischen die Beschreibung des Mahagonischreibtisches, welcher bereits für ihn in Anfertigung war. Zuerst war es einmal eine Zeit lang ruhig, doch dann fing sein Vater zu lachen an: „Wenigstens witzig zu sein haben sie dir in dieser Schule doch noch lernen können, der Hellste bist du aber scheinbar nicht geworden!“ Damit war die Sache für ihn erledigt. Für John aber nicht. Am späteren Abend traf er sich wieder mit Tanja. Er erzählte ihr von der Reaktion seines Vaters, und außerdem habe er beschlossen dieses Leben hinter sich zu lassen und wollte nur noch weg von hier. Außerdem sollte sie ihn auf diesem Abenteuer des Lebens begleiten. Sie war mit der Situation zuerst noch etwas überfordert, doch als er ihr erklärte er hätte ein kleines Vermögen angehäuft und wäre auch bereit dieses für eine bessere Zukunft zu investieren, willigte sie ein wenigstens bis zum Anfang des ersten Semesters den Sommer mit ihm zu verbringen. Wo immer er auch wollte. Wo eigentlich? Die Frage war ganz neu für ihn, denn bis vor wenigen Stunden hatte er genaue Wege und Ziele welche er zu bestreiten, beziehungsweise zu erreichen hatte. Man entschloss sich also dazu als erstes einmal einfach nur umherzureisen um sich einen Überblick über die gegebenen Möglichkeiten zu verschaffen um anschließend aus dem fahrenden Zug mitten ins neue Leben zu springen.

Drei Wochen später endete die Schule und so machte man sich auf den Weg nach Spanien um den Sommer am Strand willkommen zu heißen. Irgendwo zwischen der Fahrt auf der Rückbank eines alten VW´s und den unkomfortablen Holzsitzen der spanischen Dieselzüge bemerkte er, dass er sich das Alles etwas einfacher vorgestellt hatte als es dann auch wirklich war. Ohne die Anwesenheit von Tanja und dem Gefühl welches er in ihrer Nähe hatte, wäre er bereits lange umgedreht um bei seinem Vater Buße zu tun und alles ihm mögliche zu unternehmen um wieder die Möglichkeit auf Reichtum zu bekommen. Doch sie war ja schließlich da. Sie saß genau neben ihm und hatte ihre Hand auf seinen Oberschenkel gelegt während sie durch das Fenster des Zuges auf den in der Ferne liegenden Horizont starrte. Als sie Bilbao erreicht hatten, eine kleine Stadt an der Nordküste Spaniens, fanden sie einen freien komfortablen Pavillon auf einem am Strand liegenden Campingplatz. Sie verbrachten wunderbare gemeinsame Tage am Strand und erlebten berauschende Nächte in der kleinen Surferbars direkt am Strand. John hatte sogar damit begonnen ein Buch von Richard Willhelm zu lesen, doch wirklich folgen konnte er seinen Erläuterungen noch immer nicht. Wenigstens versuchen wollte er es aber trotzdem. Wenn er gerade einmal Zeit hatte informierte er sich jedoch noch immer weiterhin hinter Tanjas Rücken nach den für ihn relevanten Aktienkursen und Wertpapieren. Als der erste Monat zur Gänze verflogen war hatten die zwei schön langsam die Nase voll von dem ewigen guten Wetter und den köstlichen Meeresfrüchten und so entschied man sich für einen Ortswechsel nach Marokko. Die Zugfahrt war genauso unkomfortabel wie er es gewohnt war, und die Überfahrt nach Marokko mit dem stinkenden Fischkutter, welchen sie organisiert hatten, erschien ihm im Nachhinein wie ein wirklich schlechter Traum. Doch man hatte bereits ein Ziel vor Augen welches die Strapazen dann auch hoffentlich wert war. Casablanca! Es war, genauso wie Spanien, Tanjas Idee gewesen sich einmal einen muslimischen Staat von innen anzusehen.

Sie hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass man als weiße Frau mit blonden Haaren mit derartig viel Aufmerksamkeit bedacht wurde. Ständig wurde sie angestarrt, doch wenn sie ein Gespräch mit einer dieser starrenden Personen beginnen wollte, schlug die Aufmerksamkeit auf der Stelle in Ignoranz um. Nach wenigen Tagen hatte sie einfach keine Lust mehr auf diese Gesellschaft, also überzeugte sie John, welcher sich auch nicht wirklich zu amüsieren wusste, sich ins Landesinnere aufzumachen um die ländliche Bevölkerung kennen zu lernen.

Als erstes benötigten die zwei ein Fortbewegungsmittel und nach kurzem Suchen hatte man auch schon ein Busunternehmen gefunden welches auch das Landesinnere bereiste. Die Straßen waren meistens mit Schlaglöchern übersät und von Asphalt war keine Spur weit und breit.

Die Landschaft war nicht besonders spektakulär. Auf dem einen Hügel standen mal mehr, auf dem nächsten weniger der kleinen Schrumpelbäume, wie sie von den beiden getauft wurden, mehr aber auch schon nicht. Doch plötzlich, die beiden waren nun bereits mehrere Stunden unterwegs, meinte Tanja, dass es wohl an der Zeit wäre den Bus zu verlassen um ganz romantisch irgendwo ihr Lager unter dem Sternenhimmel aufzuschlagen. John war zwar nicht sonderlich begeistert von der Idee auch noch das letzte bisschen Zivilisation, und somit Vertrautes hinter sich zu lassen, andererseits hatte die ältere Frau mit der er sich den Sitzplatz teilte ziemliche Blähungen und so war er irgendwie doch ganz froh wieder einmal an die frische Luft zu kommen. Als der Bus nach dem Zwischenstopp wieder losfuhr und die Beiden ziemlich verloren am Straßenrand standen schlug Johns Stimmung um, und beinahe hätten die zwei so was wie ihren ersten Streit gehabt. Tanja hatte ihn nämlich auf seine, für sie offensichtliche, Angst vor dem Unbekannten, in diesem Fall der Übernachtung unter Sternenhimmel, angesprochen, und John hatte natürlich sofort versucht seine Angst zu leugnen, um anschließend flüssig in Aggressionen verbaler Art überzugehen. So wie es ihm nun einmal von zu Hause mitgegeben wurde. Sie überlegte kurz ob sie das Argument seiner Erziehung in die hitzige Diskussion einbeziehen sollte, doch sie wollte den Bogen nun einmal nicht überspannen und nachdem sie bereits zehn Minuten querfeldein durch die Landschaft gewandert waren, und noch immer kein Friede eingekehrt war entschloss sie sich, sich bei ihm für die Unterstellung, dass er Angst hätte zu entschuldigen und drückte ihm zur Besiegelung des Friedensvertrags einen dicken Kuss auf. Somit war die Sache erledigt und man konnte sich endlich mit der Wahl eines Schlafplatzes befassen. Sie wählten eine Stelle direkt neben einem Hanffeld von einem der Bergbauern, was sich im Nachhinein nicht unbedingt als die beste Wahl herausstellte. Irgendwann zischen ein und zwei Uhr morgens wurden die beiden schließlich von einigen arabischsprachigen Männern mit Kalaschnikows in den Händen geweckt. Sie leuchteten ihnen mit einigen Taschenlampen ins Gesicht, und als sie bemerkten, dass beide Eindringlinge nackt waren, fingen sie zu lachen an. Sie waren den beiden gegenüber keinesfalls böse gesonnen, doch als einzige Frau, noch dazu weiß, blondhaarig und nackt, kann man in einer solchen Situation schnell einmal etwas falsch interpretieren, und als John ihr zuflüsterte, dass sie versuchen sollte wenigstens ihr Leben zu retten überkam sie die komplette Panik, und sie sprang auf und lief davon. Die Knechte des Hanfbauers ihrerseits waren natürlich auch ziemlich angespannt, als sie mitten in der Nacht zwei junge Europäer an das Hanffeld ihres Chefs gekuschelt fanden, und als der nackte Mann der nackten Frau auf einer für sie nicht verständlichen Sprache etwas ins Ohr flüsterte und diese anschließend aufsprang und davonlief, war auch einiges an Raum für Fehlinterpretationen auf ihrer Seite gegeben. Achmed war der jüngste Sohn des Hanfbauers, und er war auch derjenige welcher das Feuer auf die Flüchtende eröffnet. Seine Kalaschnikow war vergoldet, und war ein Geschenk seines Vaters zu seinem 17.Geburtstag gewesen. Er wollte sie sowieso schon lange einmal ausprobieren

Er traf sie direkt am Kopf und sie brach nur fünfzehn Meter neben John tot zusammen.

Die anderen rissen Achmed daraufhin sofort die Waffe aus der Hand und schleppten ihn zurück Richtung Bauernhof seines Vaters um diesen von der unglaublichen Dummheit seines Sohnes zu erzählen. Zwei Knechte fingen sofort an ein Loch für Tanja zu graben und zwei weitere warfen John, welcher wimmernd am Boden lag eine Decke über und trugen ihn ebenfalls Richtung Bauernhof. Der Hanfbauer war bereits hellwach und damit beschäftigt seinem jüngsten die Leviten zu lesen, als John in den Raum getragen wurde. Man sah jedoch schnell ein, dass man heute nichts mehr mit John anfangen konnte und verschob das Gespräch auf den frühen Morgen. In diesen wenigen Stunden hatte John sehr viel Zeit zum Nachdenken, besonders weit kam er jedoch nicht, denn jedes Mal wenn er versuchte seine Gedanken zu ordnen, schoss ihm das Bild der goldenen Kalaschnikow in den Kopf, und er begann zu überlegen ob diese goldene Kalaschnikow wohl etwas zu bedeuten hatte. War es vielleicht das Karma, von dem Tanja immerzu geredet hatte, welches ihn nun endgültig eingeholt hatte? Hätte er vielleicht doch einfach in seiner Heimatstadt bleiben sollen um den Weg zu bestreiten welcher ihm schon seit seiner Kindheit vorgegeben war, und vor allem, würde Tanja denn noch leben, wenn er sie nicht auf einen Kaffee eingeladen hätte? Das ruckartige Öffnen der Tür zu seinem Zimmer ließ ihn aus seinen Gedanken hochschrecken und wieder in die Gegenwart zurückkehren. Er war überzeugt, dass er nun die Strafe für den Frevel an seinem eigenen Leben erhalten würde, doch es kam völlig anders als er dachte.

Der Bauer hatte einen Dolmetscher welcher der englischen Sprache mächtig war geschickt um sich bei John für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, er bot ihm sogar an, ihm eine neue Frau zu besorgen. Als er bemerkte, dass er damit ganz und gar nicht zufrieden gestellt werden konnte, bot er ihm zusätzlich noch einige Kilos von seinem besten Hasch an. Er würde es ihm sogar bis nach Spanien bringen, doch John erklärte ihm, dass das noch viel mehr Ärger für ihn bedeuten würde, und er eigentlich nur noch zurück in seinen Heimatort wollte. Das verstand der Bauer natürlich nur zu gut, trotzdem konnte er ihn nicht gehen lassen, ohne ihm vorher noch wenigstens irgendetwas zu geben was seine Schuld lindern könnte, schließlich habe er ihm auch etwas für ihn wertvolles genommen. Da begannen Johns schon beinahe in Vergessenheit geratenen Bankerzellen im Hirn zu arbeiten. „Gold.“, meinte er mit einer plötzlich wieder sehr festen Stimme. Sein Gegenüber verstand ihn sofort und so einigte man sich darauf gemeinsam zurück nach Casablanca zu fahren um sich dort ein bisschen Gold für den jungen Herrn und dessen Schweigsamkeit zu organisieren.

Als John zurück in seiner Heimatstadt war, führte ihn sein erster Weg auch schon in die Bank seines Vaters, und wie es der Zufall wollte saß eben jener auch bei einem Schalter der Bank.

Als er seinen Jungen sah, es waren immerhin mehrere Monate seit der letzten Zusammenkunft vergangen, versuchte er möglichst in eine andere Richtung zu sehen und so zu tun als hätte er ihn nicht bemerkt. Als John ihn begrüßte, ließ er sich nicht anmerken, wie verletzt er war, dass er ohne ein Wort zu sagen einfach verschwunden war, und wie glücklich er war seinen Sohn unversehrt wieder zu sehen. Die gehobene Gesellschaft eben. Nach kurzer Begrüßung ging man auch schon zum Geschäftlichen über. John öffnete seinen Rucksack und holte den ersten Goldbarren seines Lebens aus eben jenem. „Und so kehrt der verlorene Sohn heim..“, murmelte er als er den Goldbarren in die Hand nahm um ihn zu wiegen und auf seine Reinheit zu prüfen. Woher er das edle Stück hatte, und wodurch er sich einen derartigen verdient hatte waren Fragen die nicht gestellt wurden. Von diesem Tag an verschrieb sich John zur Gänze seinem Job in der Bank. Er bezog seinen Mahagonischreibtisch und schon bald wuchs er in die Rolle des Juniorchefs ganz gut hinein.

Die Jahre zogen nur so dahin, und ein jeder Tag war wie der andere. Aus dem anfänglich so interessanten Alltag wurde bald eine goldene Routine. Das Gefühl der Leere spürte er seit Tanjas Tod auch wieder in sich, jedoch war er nicht bereit noch einmal einen wichtigen Menschen zu verlieren. Die logische Konsequenz daraus war für ihn, abgesehen von den geschäftlichen, keine neuen Kontakte mehr zu knüpfen.

Es war das Jahr 2008 in dem die große Wirtschaftskrise sein Heimatland erreichte. Bis zu jenem Jahr war sein Vermögen in unglaublichen Ausmaßen gewachsen und dies war auch das Einzige, was ihn bis dahin noch am Leben erhalten hatte. An dem Tag, als er seine Bank schließen musste, erschoss er sich an seinem Mahagonischreibtisch, gestorben war er jedoch bereits vor vielen Jahren.

Sie haben alles aber nichts, die Taschen voller Gold, aber glücklich sind sie nicht. Herrscher dieser Welt, euer Königreich zerbricht.[Lazy Youth]

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•July 20, 2009 • Leave a Comment
 
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